Bunker

Bunker – Optik, Design, Anspruch und Strategie

Bunker fallen ins Auge, sie sind optisches wie strategisches Element – und deshalb für einen guten und attraktiven Golfplatz wichtig.

Dabei sind die wesentlichen Fragen in Sachen Bunkerdesign schnell gestellt: Wie sieht richtiges Bunker-Design aus? Welche Bunker sind zu schwierig? Und wie sieht die fundamentale Strategie hinter einem Bunkerdesign aus?

Generell gilt: Bunker sind, neben den Grüns an sich, das primäre und traditionellste Spielelement und Hindernis im Golf und keineswegs nur als Strafe gedacht. Sie bieten dem Golfer Optionen und regen ihn zum Nachdenken an. Zusätzlich sind sie vermutlich das wichtigste optisches Element und können dadurch die Psyche des Golfers stark beeinflussen – positiv oder negativ und eine Spielbahn visuell bereichern.

Bunkerdesign ist extrem vielfältig, individuell und Geschmackssache. Gerne wird zwischen einem „britischen“ und einem „amerikanischen“ Stil unterschieden. Der eher kleinere und in seinem Aussehen etwas wild und „natürlich“ erscheinende Bunker ist bei vielen alten britischen Klassikern unter den Inland-Golfplätzen unverändert der Standard. Britische Golfer sind damit „aufgewachsen“ und kennen und schätzen daher diesen Bunkerstil. Er nimmt weniger Pflege in Anspruch, wirkt etwas rau und an seinen Kanten nicht immer top-gepflegt, weil häufig mageres Gras stehen gelassen wird. Dies führt hier und dort auch mal zu etwas unerfreulichen Balllagen. Das wird bei den Briten aber gerne akzeptiert…because it is a natural hazard.

Der Bunker im typisch amerikanischen Stil – wie ihn jeder Golfer alljährlich im April im Fernsehen beim Masters im Augusta National GC bewundert, wirkt deutlich manikürter mit eher künstlich wirkenden Formen. Topspieler und Profis bevorzugen, wegen Ihrer Berechenbarkeit, eher den gepflegten Bunkerstil.  

Auf welchen Stil fällt bei Neubau oder Redesign die Wahl? Die Entscheidung hängt letztendlich auch vom Gesamtdesign des Platzes, seiner Umgebung, Topografie und Pflegebudget ab. Zusätzlich beeinflusst das Betriebskonzept der Anlage den Faktor Bunker: Ein sportlicher Members Club benötigt anspruchsvollere Bunker als eine Anlage, die stark auf Einsteiger ausgerichtet ist. Klare Regeln für die Anlage von Bunkern gibt es also nicht, individuelle Anpassung ist hier der richtige Weg.

Wer die Trends in Sachen Golfplatzdesign verfolgt, wird feststellen, dass derzeit die Wahl bei neuen Plätzen gerade in den USA und Asien meist auf die natürlicher erscheinenden, pflegeleichteren Bunkern fällt – der aber hier und dort auch mal unerfreuliche Balllagen verursacht. Im deutschsprachigen Raum dagegen trifft man auf diese Variante noch eher selten.

Egal für welche Stilvariante man sich am Ende entscheidet – die strategische Funktion des Bunkers sollte nie unterschätzt werden. Am Ende ist er eben viel mehr als nur ein optisches und gestalterisches Mittel.

„Die Strategie des Golfplatzes ist die Seele des Golfspiels.“

            – GEORG THOMAS, Golf Architecture in America, 1927.

of the Ailsa Course at the Trump Turnberry Resort on April 26, 2016 in Turnberry, Scotland.